In Venedig ankommen .....


Es gibt viele Möglichkeiten in Venedig anzukommen. Fährt man mit dem Auto, so endet die Reise nachdem man über eine Straße die Lagune überquert hat, in einem Parkhaus auf der Piazzale Roma. Ähnlich verläuft die Fahrt im Zug. Er folgt den Gleisen, die an der Straße durch die Lagune entlangführen, und endet auf dem Hauptbahnhof Santa Lucia, dem einzigen Bahnhof Venedigs. Steigt man in ein Flugzeug und landet auf dem Flughafen Marco Polo der auf dem Festland liegt, hat man wiederum zwei Möglichkeiten. Die preisgünstige Variante ist der Bus, der vor dem Flughafengebäude abfährt und am Busbahnhof der Piazzale Roma endet. Oder aber man investiert, wenigstens ein einziges Mal, in ein echtes Spektakel und lässt sich mit dem Wassertaxi zum Anleger der Piazza San Marco bringen. 

Es war November und noch früher Morgen, als ich in das Boot stieg. Nebel lag über dem Wasser das kaum eine Welle kräuselte, und nur die Holzpfähle die aus dem Wasser ragten, zeigten dem Bootsführer den rechten Weg. Aber dann kämpfte sich die Sonne durch die Wolken, und wie hinter einem Schleier tauchte die Silhouette der Stadt,  fast schon ein bisschen gespenstisch, am Horizont auf. Venedig eine Kulisse aus einer anderen Zeit. Sofort überfiel mich ein Gefühl von Glück und großer Erwartung.  

Marcello ist wieder da…


Als ich beim letzten Rombesuch die Piazza Navona betrat, war er erst einmal weg. Marcello ist in Rente gegangen, sagte man mir. 
Marcello war der Mann mit schulterlangem grauem Haar, der seit vielen Jahren auf der Piazza Navona seine Finger-puppen tanzen ließ. Er gehörte sozusagen zum Inventar. Seine kurzweilige Show, die er täglich viele Male präsentierte, reichte von Tango bis Michael Jackson. So war erst einmal sehr traurig.
Es hatte sich auch sonst einiges verändert. Auf der Piazza durfte keine Musik mehr gespielt werden, was die meisten Straßenkünstler vertrieben hatte, denn Musik war natürlich ein wichtiger Bestandteil ihrer Show. Statt dessen machte sich „moderne Kunst“ auf der Piazza breit. Air Bruch Sprüher, denen man sonst eher auf dem Bürgersteig des Corso begegnete, waren auf der Piazza angekommen. 
Doch eine Woche später war Marcello auf einmal wieder da, allerdings in einer neuen Rolle. Er war unter die Maler gegangen, oder vielleicht war er ja schon immer einer, schließlich ist er ein Künstler. Jetzt verkauft er auf der Piazza Navona seine kleinformatigen Aquarelle. Ein richtiges Zirkuspferd kann man eben nicht einfach so nach Hause schicken. Vielleicht aber, hofft er immer noch seine Traumfrau zu finden, die er schon so lange sucht. Auf einem Platz, der jeden Tag von Tausenden von Menschen besucht wird, sind die Chancen natürlich ungleich größer.   

Begegnungen im Danum Valley


Auf dem Rückweg von meinen Erkundungen, ging ein schweres Gewitter nieder. Ich wechselte die nasse Kleidung und musste entdecken, dass die Blutegel doch einen Weg gefunden hatten. Zwei Exemplare hatten sich an Schulter und Rücken festgesaugt. Zwei dünne Blutrinnsale sickerten an mir herunter. 
Beim Abendessen kam ich mit einem der Wissenschaftler des Field Centers ins Gespräch. Kurz gefasst, es war seine Aufgabe, die Folge des selektiven Holzeinschlags für die im Wald lebenden Tierarten, die Regenerationsfähigkeit der Pflanzen und die Häufigkeit der genutzten Bäume zu untersuchen.

Auf einmal hörte ich jemand deutsch sprechen. Eine Frau und ein Mann traten gerade ein, und bestellten sich etwas zu trinken.
Ich war neugierig und gesellte mich zu ihnen. So erfuhr ich dass sie, eine deutsche Biologin und er ein Fotograph aus der Schweiz kamen. Sie hatten einen Aufenthalt von drei Monaten geplant, und sich die leidvolle Aufgabe gestellt, Orang Utans in der freien Wildbahn zu fotografieren. Er, chronisch schlecht gelaunt, hatte sich schon einige Nächte um die Ohren geschlagen und in einem Versteck mit aufgebauter Camera gelauert. Als Köder hatte er alle Arten von Früchten ausgelegt. Aber jedes Mal, wenn er sein Versteck auch nur für zwei Minuten verließ, waren die Früchte verschwunden. Kein Wunder, wenn man da schlechte Laune bekommt.   


Im Danum Valley


In der Morgendämmerung wurde ich von einem stimmgewaltigen Chor geweckt.  Es war die Zeit kurz bevor die nachtaktiven Tiere verstummten, die tagaktiven Tiere ihren Gesang schon eingestimmt hatten, ein lautes Zwitschern, Piepen und Kichern. 
Im Nachbarhaus, das fünf Birdwatcher aus England in Beschlag genommen hatten, herrschte eilige Geschäftigkeit, und bald darauf verschwanden sie bepackt mit Ferngläsern und Fotoausrüstungen im nebligen Dickicht. In der Nacht war ein schwerer tropischer Regen niedergegangen, und hatte die Landschaft in eine Waschküchenatmosphäre verwandelt.
Es bestand die Möglichkeit Erkundungen auf eigene Faust zu unternehmen. Rund um die Forschungsstation waren verschiedene Trails angelegt. Es gab eine Tafel, wo man sich eintragen musste, um im Fall eines unvorhergesehenen Ereignisses gefunden zu werden. Ich trank im Restaurant einen Kaffee, zog die Blutegelsocken über ( ein dichtes Baumwollgewebe, das über den Knien mit einer Schnur gehalten wurde) und machte mich auf den Weg. Der gewählte Pfad war gut erkennbar, die Bäume mit Farbe kennzeichnet. Bald stand ich vor einer schmalen Hängebrücke, Personenbegrenzung, neben dem Aufgang stand ein Schild in malaiischer Sprache: 1 Orange - was 1 Mensch oder Person bedeutet. 
Es waren ständig Stimmen zu hören die ich nicht zuordnen konnte. Das Leben im tropischen Regenwald findet hauptsächlich in den Wipfeln der Bäume statt, die zum Teil zwanzig Meter und höher sind. 

Ausflug ins Naturschutzgebiet Danum Valley - Borneo




Ich hatte mich in Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah durchgefragt, und so das Büro gefunden, von wo ich den Ausflug ins Danum Valley Field Centre organisieren konnte. 
Über dem Rollfeldern des kleinen Flughafens flimmerte die Luft. Eine Fokker 50 wartete startbereit auf dem Asphalt. Mir war etwas mulmig zu Mute, denn Flüge in kleinen Maschinen überstehe ich in der Regel nur bei ruhiger Wetterlage ohne Übelkeit, was man in den Tropen eher selten vorfindet. Der Flieger zog eine weite Schleife über die Stadt, sodass wir einen schönen Blick auf den an diesem Morgen wolkenfreien Mount Kinabalu werfen konnten. Als die Stewardess den Wagen mit einem Imbiss durch den Gang schob, bat ich nur um etwas Orangensaft. Das war auch gut so. Es stellte sich heraus, dass sich in der Höhe viele Gewitter überschnitten, und wir eine gute Stunde auf Kopfsteinpflaster unterwegs waren. So war ich froh als der Flieger nach der Landung zum stehen kam und die Tür sich öffnete.  

Ein Landrover brachte mich auf einer gut ausgebauten Piste zur Forschungsstation des Danun Valley. Auf der Forschungsstation gibt mehrere Unterkunftsmöglichkeiten. Ich hatte mich für die einfachste entschieden, das Hostel, bestehend aus zwei Häusern für Männer und Frauen getrennt mit je über vierzig Betten. Ich hatte Glück, denn ich war zu der Zeit im Hostel die einzige Frau. So hatte ich auch die Waschräume für mich allein. 


Ein Ausflug nach Frascati





Bei einem längeren Rom-aufenthalt kann es schon vorkommen, dass einem die Betriebsamkeit der Millionen-stadt ermüdet, und man sich nach etwas Ruhe sehnt. Dann wird es Zeit für einen Ausflug in die ländliche Umgebung - zum Beispiel nach Frascati. Ein Städtchen mit zwanzigtausend Einwohnern, in den Albaner Bergen. Man fährt zum Bahnhof Termini und tuckert ca. zwanzig Kilometer mit einem Regionalbähnchen hinaus aus der Stadt, vorbei an Pferdegestüten. Nachdem sie Städtchen Ciampino, wo sich der gleichnamige Flughafen befindet, passiert hat, schraubt sie sich langsam die Weinberge und Olivenhaine hinauf bis auf dreihundert Meter. Hier oben ist die Luft leichter und frischer, und man hat einen schönen Blick über die weite Ebene bis zum Meer und über die ewige Stadt, die nicht selten in eine Dunstglocke eingehüllt ist. 


Bekannt ist Frascati durch seinen Weißwein, der im Städtchen überall angeboten wird, aber besonders gut auf dem Markt schmeckt, zusammen mit einem Brötchen, belegt mit einer dicken Scheibe Porchetta ( Spanferkel vom Grill)
In den Vitrinen der Konditoreien findet man überall die Pupazza di Frascati, oder auch Miss Poppea oder Miss Frascati genannt, ein traditionelles Gebäck das eine Frau mit drei Brüsten darstellt, zwei für  Milch und eine für Wein. Sie soll aus Honig, Mehl und Wasser gebacken sein, was zu stimmen scheint, denn das Gebäck ist knochenhart, vielleicht auch damit man sie ohne Bruchgefahr als Souvenir mit nach Hause nehmen kann.

Unterwegs in Kamerun



Eingepfercht zwischen drei Mitreisenden, saß ich auf der Rückbank eines alters-schwachen Buschtaxis. Die Hitze tat ihr übriges. Wir fuhren über die Piste eines Regen-waldgebietes. So bekamen wir einen Eindruck wie sehr die Natur durch die Rodungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Einer der Mitreisenden erzählte, dass hier Ölbaumplantagen entstehen sollten. 
Während der Fahrt lehnt sich der junge Fahrer  immer wieder weit aus dem Fenster. Er schien den rechten Vorderreifen im Blick zu haben. Das sah nicht gut aus. Und es dauerte keine Stunde, da kam der Toyota mit Gerumpel zum Stehen. Alle stiegen aus. Zu meiner Überraschung war es aber nicht der Vorderreifen der den Geist aufgegeben hatte, sondern einer der Hinterreifen war am Ende. Der Fahrer öffnet den Kofferraum und zog einen Ersatzreifen hervor, der sich in nichts vom kaputten Reifen unterschied, nur dass er noch Luft hatte. Nach dem Wechsel ging die Fahrt weiter, weit und breit weder eine menschliche Siedlung noch Gegenverkehr. Dann hielt der Fahrer erneut, verschwand im Dickicht das die Straße säumte, und kam zurück mit einem Benzinkanister. Wir befanden uns nahe der Grenze zu Nigeria, einem Land mit überaus reichem Erdölvorkommen. So war es nur natürlich, dass der Schmuggel blühte. 

Umbrien - das grüne Herz Italiens


Umbrien, das ist ein sanft hügeliges Land, weiter östlich zum Apennin auch gebirgig, und mit seiner höchsten Erhebung, dem Monte Vettore ( 2476 m) hat es sogar alpinen Charakter. Es ist eine der wenigen Regionen Italiens die keinen Zugang zum Meer hat. Aber, es fehlt keinesfalls an Wasser. Nahe der toskanischen Grenze liegt in unberührter Natur, umgeben von einer welligen Landschaft, mit fast 60 km Umfang,  der viertgrößte See Italiens, der Lago di Trasimeno. Nahe der Stadt Terni befindet sich der Marmore-Wasserfall. Hier stürzt sich der Fuß Veline in drei Kaskaden über 160 in die Tiefe. Es ist der größte Wasserfall Europas. Weiter gibt es mehrere Thermen mit modernen Wellness-Zentren, und Flüsse und Bergbäche und an die zwanzig Mineralwasserquellen.
Umbrien, das sind alte Buchenwälder, Weinberge, Olivenhaine und Sonnenblumenfelder. 
In zweitausend Jahren haben verschiedene Kulturen ihre Spuren hinterlassen, die Umbrer, die Etrusker und auch die Römer. Zeugnisse aus der Antike, des Mittelalter und der Renaissance begegnen dem Besucher auf Schritt und Tritt in malerischen Städtchen, die trutzig auf Gipfeln erbaut wurden. Perugia die Hauptstadt, Orvieto, Assisi, Gubbio, Spoleto und Todi um nur die bedeutendsten zu nennen. 
Aber was erzähle ich Ihnen. Wer mit Leib und Seele in diese Region eintauchen will, der ist bei http://www.umbria-mia.com/ bestens aufgehoben.

Rom - die Portiera


Man sagt, die Portiers der römischen Häuser sterben aus. Natürlich ist es wegen den Kosten, die viele Hausgemein-schaften nicht mehr bereit sind zu tragen, wo doch heutzutage ständig alles teurer wird. 
Das Haus, oder der Palazzo, in dem ich zu Gast bin wenn ich Rom besuche, hat noch einen. Genauer gesagt eine, eine Portiera. Es ist eine kleine untersetze Frau jenseits der fünfzig, mit rabenschwarz gefärbtem Haar. Ihr Stimme erinnert an den Sänger Paolo Conte. Ständig hängt eine Zigarette in ihrem Mundwinkel und wenn man sie nicht sieht, hört man sie husten. Argwöhnisch betrachtet sie jeden der die Schwelle des Portals überschreitet, und da ihre schlechte Laune chronisch ist, erwidert sie selten einen Gruß. Ich sehe großzügig darüber hinweg, denn ich bin Gast in diesem Haus. Gewissermaßen fungiert man in einem fremden Land immer als eine Art Botschafter für das eigene Heimatland. Ich denke man sollte auf gute Manieren achten, auch wenn sie, wie im Fall der Portiera, nicht erwidert werden. 
Nur ihr Hund, ein freundlicher, kleiner Pinscher, ebenfalls in die Jahre gekommen, hält noch was von Gastfreundschaft. Er verzehrt sich geradezu nach Zuwendung, ist aber, wenn ich ihn kraule, stets auf der Hut  um von seiner Patrona nicht erwischt zu werden.    

Der Kilimandscharo - der Aufstieg Tag fünf


Die Nacht war kurz. Gegen ein Uhr kam Bewegung in die Hütte. Aufbruch zur  letzten Etappe. Es war geplant die letzten tausend Meter in fünf Stunden zu schaffen. Bei Sonnenaufgang sollten wir den Kraterrand erreichen. Vier aus der Gruppe entschieden sich nicht mitzukommen. Die dünne Luft bereitete ihnen arge Probleme. Ich wunderte mich so weit gekommen zu sein und schlüpfte in meine hohen Wanderschuhe, denn nun begann der schwierigste Teil  - die Besteigung eines riesigen Geröllhaufens, vergleichbar mit einer Dünenbesteigung. Nur der Frost ( 7 Grad minus )gab dem Untergrund etwas halt. 
In der Nacht hatte vor Kälte kein Auge zugetan, ansonst ging mir gut. Ich zog alles übereinander was ich dabei hatte, beim Aufstieg würde mir schon warm werden. Mit Taschenlampen ausgerüstet, stiegen wir in einer Schlange in Serpentinen hinauf. Es war sehr anstrengend. Nach einer Stunde überfiel mich eine quälende Übelkeit. Mein Magen spielte verrückt. Ich musste nach jedem zwanzigsten Schritt stehen bleiben um mich zu erholen und begann dann erbärmlich zu frieren. Dann gab meine Taschenlampe den Geist auf. Ich torkelte in der Dunkelheit hinter den Lichtern der anderen her. Nach einer weiteren Stunde entschied ich mich, der Tortour ein Ende zu machen. Ich hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder vor Übelkeit umzufallen oder zu erfrieren. Ein Guide begleitete mich den Berg hinunter bis zur Hütte, wo ich die Zurückgebliebenen traf. Als es hell wurde, machten wir uns an den Abstieg. 

Verdreckt, müde und abgekämpft kamen wir zwei Tage später am Fuß des Kilimandscharo an. Endlich war es wieder warm, endlich Afrika.

Fazit der Tour. Von vierzehn Teilnehmern schafften neun den Gilmanns Point, wo der Kibo als bestiegen gilt.
Fazit meiner Irrtümer:
Gefehlt haben: Teleskopstöcke, Ersatzbatterien für die Taschenlampe, ein Schlafsack mit Daunen ebenso eine Daunenjacke.